Studienreise nach Kasachstan
Veranstaltungstyp:
Studienreise
Datum:
10/06/2004
Datum Ende:
13/06/2004
Erste Studienreise nach Kasachstan – Juni 2004
Die erste Studienreise der Ehemaligenvereinigung führte im Juni 2004 nach Almaty, der ehemaligen Hauptstadt und immer noch bedeutendsten Stadt Kasachstans. Ein fernes Ziel, das trotzdem nahe lag. Denn Ines Berger (Stiftungskolleg 1996/97) gründete1999 die Deutsch-Kasachische Universität in Almaty (DKU) und leitet sie bis heute. Auf ihre Einladung reiste eine kleine Gruppe Ehemaliger - Julie Tumler, Petra Wahl, Caroline Maß, Dirk Selig, Frank Stolze, Volker Reinstorf mit seiner Frau Tanja, Kristiane Burchardi mit ihrer Schwester Birgit - sowie die ehemalige Projekleiterin Anke Schmidt je nach Lust und Zeit für vier bis zwölf Tage nach Almaty. Das von Ines mit viel Engagement ausgewählte und organisierte Programm war vielfältig und gab uns einen spannenden Eindruck von dem unbekannten zentralasiatischen Land – übrigens das neuntgrößte der Welt!
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Bei Besichtigungen in Almaty fiel die für ehemalige sozialistische Staaten typische schachbrettartige Städteplanung mit ihren monotonen Plattenbauten auf, aber auch die vielen Bäume und Grünanlagen, die der Stadt im heißen Sommer eine angenehme Kühle verleihen. Für viele von uns unerwartet, bemerkten wir die ethnische Vielfalt in der Stadt: neben Kasachen und Russen leben hier auch Usbeken, Turkmenen, Chinesen, Uiguren, Koreaner, Deutsche und viele andere. Groß ist auch die Vielfalt auf den Basaren der Stadt; sie laden ein zum Bummeln und Verweilen zwischen Bergen von getrocknetem Obst und Nüssen, Bergen von Gewürzen und koreanischen Salaten, viel Fleisch und Milchprodukten (schon mal „Kurt“ = Milch in getrockneter Kugelform probiert?). Neben solchen Basaren sind in den letzten Jahren im Zentrum der Stadt auch hochmoderne Supermärkte nach westlichem Standard entstanden. Original kasachische Kultur fanden wir am ehesten im Nationalmuseum: dort sind Gebrauchs- und Kulturgüter der nomadischen Lebensweise der Kasachen ausgestellt, unter anderem eine prachtvolle Jurte. Ein sowjetischer Propagandafilm, der uns im Nationalarchiv gezeigt wurde, verdeutlichte uns noch einmal, mit welcher Rigorosität die nomadische Bevölkerung unter Stalin zwangskollektiviert worden war (wobei ca. 2 Mio. Menschen verhungerten).

In den Bergen
Fast der erste Weg nach der Ankunft in Almaty führte uns zur Deutsch-Kasachischen Universität, wo zum Zeitpunkt unseres Besuchs gerade Prüfungen abgehalten wurden. Doch auch ohne laufenden Lehrbetrieb ließ sich erkennen, welch beeindruckende Aufbauleistung hier in recht kurzer Zeit erbracht wurde. Zur Zeit nimmt die Universität zwei Stockwerke in einem zentralen Gebäude in Almaty ein und bietet den eingeschriebenen Studierenden – rund 170 sind es derzeit - zwei Studiengänge an: Internationale BWL und Internationale Politik. Für die nähere Zukunft ist die Gründung einer technischen Fakultät geplant. Die Bibliothek der DKU wurde in den vergangenen zwei Jahren u.a. mit Bücherspendenaktionen, organisiert vom Ehemaligenverein, unterstützt.

In der Steppe
Die Lage Almatys am Rande des Tien-Schan verleiht der Stadt ein großartiges Bergpanorama. Wer sich Kasachstan nur als flache Steppe vorgestellt hatte, staunte: schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel sah man in der Ferne die schneebedeckten Gipfel des Tien-Schan-Gebirges blitzen. Tatsächlich ist die kasachische Landschaft sehr vielseitig. Sie bot uns zwei gemütliche Strandtage unter Sonnenschirmen in glühender Sommerhitze am Kapshaghay, einem 100 km langen türkisblauen Stausee mitten in der kasachischen Steppe. Die Umgebung Almatys gab uns daneben aber auch Gelegenheit zu einer Schneeballschlacht in den Bergen oberhalb des Kurorts Schymbulak. Zwischen diesen Extremen lagen mehrere Wanderungen in den Vorbergen am Rande der Stadt, wo eine unerwartete grüne Idylle mit Wäldern, Flüssen und Wasserfällen eine wohltuende Abwechslung bietet zum trockenen Staub der Großstadt. Eine sehr schöne Tageswanderung ging zum Großen Almatiner See auf 2600 m Höhe vor beeindruckender Bergkulisse. Weitere Wanderungen führten vom Kleinen Almatiner Tal über die „Grüne Bergwiese“ ins Große Almatiner Tal und hinauf zu einem versteckten Kloster im Aksai-Tal. Drei unter uns - Kristiane, Frank, Birgit - wagten sich auch einmal todesmutig auf wilde kasachische Pferde.

In der Bibliothek der DKU
Unvergesslich das Schaschlik-Festmahl am Fluss, zu dem uns die Mitarbeiter der DKU einluden. Da gab es bergeweise sorgsam marinierter gegrillter Fleischspieße, Gemüse, Obst, Bier, und für die ganz Harten unter uns dazu ein Bad im eiskalten Bergfluss. Natürlich waren wir auch in Medeu, dem höchstgelegenen Eisstadion der Welt (1609 m), in dem schon viele Eislaufrekorde fielen und auf das die Kasachen sehr stolz sind.
Und sonst? Gab es jede Menge Spaß, nette Gespräche, kulinarische Entdeckungen und natürlich Wodka, was wir hier aber nicht ausführen wollen. Alles in allem für uns alle sicher eine unvergessliche Reise in ein interessantes, unbekanntes Land. Daher an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Ines und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns hervorragend betreut und uns Einblicke ermöglicht haben, die wir als normale Touristen sicher nicht gehabt hätten.
Und sonst? Gab es jede Menge Spaß, nette Gespräche, kulinarische Entdeckungen und natürlich Wodka, was wir hier aber nicht ausführen wollen. Alles in allem für uns alle sicher eine unvergessliche Reise in ein interessantes, unbekanntes Land. Daher an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Ines und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns hervorragend betreut und uns Einblicke ermöglicht haben, die wir als normale Touristen sicher nicht gehabt hätten.
von Caroline Maß / Petra Wahl

